Kompletträder richtig lagern
Warum die richtige Lagerung wichtig ist
Kompletträder bestehen aus Reifen und Felge. Werden sie falsch gelagert, kann das Material unnötig belastet werden. Gummimischung, Felgenoberfläche und Reifendruck können darunter leiden.
Eine sachgerechte Lagerung hilft dabei, die Lebensdauer der Räder zu verlängern und Schäden durch Druckstellen, Feuchtigkeit, Schmutz oder falsche Umgebungseinflüsse zu vermeiden.
Kompletträder vor der Lagerung reinigen
Vor der Einlagerung sollten Kompletträder gründlich gereinigt werden. Bremsstaub, Straßenschmutz, Salzreste und andere Ablagerungen können Felgen und Reifen auf Dauer angreifen.
Empfohlen wird:
- groben Schmutz mit Wasser entfernen,
- Felgen mit geeignetem Felgenreiniger säubern,
- Reifenflanken kontrollieren,
- Steine aus dem Profil entfernen,
- Räder vollständig trocknen lassen.
Wichtig: Die Räder sollten vor der Lagerung komplett trocken sein. Feuchtigkeit kann Korrosion an Felgen begünstigen und bei längerer Lagerung unangenehme Gerüche oder Ablagerungen verursachen.
Reifendruck vor dem Einlagern prüfen
Vor der Lagerung sollte der Reifendruck geprüft und leicht erhöht werden. Dadurch wird das Risiko von Standplatten oder Druckstellen reduziert.
Als Orientierung kann der Reifendruck etwa 0,3 bis 0,5 bar über dem normalen Betriebsdruck liegen. Die genauen Vorgaben können je nach Fahrzeug und Reifen abweichen.
Kompletträder liegend oder hängend lagern
Kompletträder sollten nicht aufrecht stehend über längere Zeit gelagert werden. Da Felge und Reifen zusammen montiert sind, ist eine liegende oder hängende Lagerung besser geeignet.
Liegende Lagerung
Kompletträder können übereinander gestapelt werden. Dabei sollten sie sauber und trocken sein. Ein Felgenschutz oder eine Zwischenlage kann helfen, Kratzer zu vermeiden.
Hängende Lagerung
Alternativ können Kompletträder an einer geeigneten Wandhalterung oder einem Felgenbaum aufgehängt werden. Die Halterung muss stabil genug sein und darf die Felge nicht beschädigen.
Reifen ohne Felgen anders lagern
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Kompletträdern und Reifen ohne Felgen. Reifen ohne Felgen sollten aufrecht stehend gelagert und regelmäßig etwas gedreht werden.
Kompletträder hingegen werden liegend gestapelt oder hängend gelagert.
Der richtige Lagerort
Der Lagerort sollte trocken, kühl, dunkel und gut belüftet sein. Direkte Sonneneinstrahlung, hohe Temperaturen und Feuchtigkeit können das Reifenmaterial schneller altern lassen.
Geeignete Lagerorte sind zum Beispiel:
- trockene Garage,
- Kellerraum ohne hohe Feuchtigkeit,
- geschützter Lagerraum,
- professionelle Reifeneinlagerung.
Ungünstig sind:
- direkte Sonneneinstrahlung,
- feuchte Räume,
- starke Temperaturschwankungen,
- Nähe zu Heizkörpern,
- Kontakt mit Öl, Kraftstoff, Lösungsmitteln oder Chemikalien.
Räder kennzeichnen
Vor der Einlagerung sollten die Räder markiert werden. So ist später klar, an welcher Position sie montiert waren.
Übliche Kennzeichnungen sind:
- VL = vorne links,
- VR = vorne rechts,
- HL = hinten links,
- HR = hinten rechts.
Diese Markierung erleichtert die spätere Montage und hilft dabei, einen gleichmäßigen Reifenverschleiß zu beurteilen.
Profiltiefe und Zustand kontrollieren
Die Einlagerung ist ein guter Zeitpunkt, um die Räder auf Zustand und Verschleiß zu prüfen.
Kontrolliert werden sollten:
- Profiltiefe,
- gleichmäßiger Abrieb,
- Beschädigungen an der Lauffläche,
- Risse oder Beulen an der Reifenflanke,
- Felgenschäden,
- DOT-Nummer und Reifenalter.
Werden Schäden festgestellt, sollten die Räder vor der nächsten Saison geprüft oder ersetzt werden.
Räder nicht luftdicht verpacken
Reifentaschen oder Schutzhüllen können sinnvoll sein, um die Räder vor Staub und Schmutz zu schützen. Die Räder sollten jedoch nicht feucht oder luftdicht verpackt werden.
Wenn Schutzhüllen verwendet werden, müssen die Räder vorher vollständig trocken sein.
Häufige Fehler bei der Lagerung
- Kompletträder aufrecht stehend über längere Zeit lagern,
- Räder feucht einlagern,
- Räder ungewaschen mit Salz- oder Bremsstaubresten lagern,
- direkte Sonneneinstrahlung,
- Lagerung neben Chemikalien oder Kraftstoffen,
- zu geringer Reifendruck,
- fehlende Kennzeichnung der Radposition.
Fazit
Kompletträder sollten sauber, trocken, kühl und lichtgeschützt gelagert werden. Am besten werden sie liegend gestapelt oder an einer geeigneten Halterung aufgehängt.
Wer Reifendruck, Profiltiefe, DOT-Nummer und Zustand vor der Einlagerung prüft, erkennt mögliche Probleme frühzeitig und startet besser vorbereitet in die nächste Saison.
Bei Unsicherheit zur passenden Rad- oder Reifengröße helfen Fahrzeugdaten, Fahrzeugschein oder die Fahrgestellnummer bei der genauen Zuordnung.